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aus NEUE REVUE

vom 16.12.1999

Jutta Ditfurth:

Zahltag, Junker Joschka!

(Teil 10)

Selbstverliebt... überheblich... eine Charaktermaske... ein Verräter...
"Er ist ein armseliger Mensch..."
Das alles schrieb Rudolf Augstein im SPIEGEL - über den Außenminister Joseph Fischer

 

Bei rotgrünen Blättern hat sie Schreibverbot. Aber als NEUE REVUE so frei war und Jutta Ditfurth schreiben ließ, ging ein Rauschen durch den Blätterwald - von TAZ his FAZ. Anonyme Drohungen. Gewaltaufrufe! Und die Frankfurter Rundschau knallte durch...

Ditfurth

Ich arbeite seit 1979 als politische Journalistin - auch während meiner meist ehrenamtlichen politischen Arbeit den Grünen. Behinderungen gab es immer. Das kennen alle linken AutorInnen. Nie aber habe ich eine so harte berufliche Zensur erlebt wie seit dem rotgrünen Regierungswechsel von 1998.

Ich beschrieb in meiner Serie in NEUE REVUE, wie aus den Grünen eine Kriegspartei wurde, eine Partei einer neuen deutschen Auschwitzlüge, eine Partei der sozialen Verelendung, der Modernisierung der Atomenergie und des Rassismus gegen Flüchtlinge.

Viele Medien berichteten sachlich: "Die frühere Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth hat ihre Kritik an dem heutigen Außenminister Joschka Fischer und dem Zustand ihrer ehemaligen Partei erneuert..." Unter Fischers Führung seien die Grünen zwanzig Jahre nach ihrer Gründung 'am falschen Ziel und am Ende'. Die Grünen hingen heute 'am Tropf der Medien und der Wirtschaft ("Berliner Zeitung"), ähnlich "Hamburger Abendblatt", "Donaukurier", "Dresdner Neueste Nachrichten" und andere.

Es gab vor allem freundliche Leserbriefe - sofern die Redaktion nicht geschummelt hat (aber Frau Ditfurth!, d. Red.) -, darunter viele von enttäuschten Wählern der Grünen: "Die Serie ... lese ich mit großem Interesse und voller Zustimmung. Auch ich habe mal die Grünen gewählt, sogar Plakate aufgestellt und wieder eingesammelt, als diese Partei noch die Ideale der Friedensbewegung verkörperte."

Es gab politische Angriffe: "Sie ist eine Traumtänzerin geblieben, denn mit Demonstrationen, Sitzblockaden auf Schienen etc. wird keine Partei ernst genommen... Diese Serie von Frau Ditfurth schadet ihrer Partei mehr, als sie nützt." (Das trifft mich natürlich hart.) Und politisches Verständnis: "Sie haben recht. wenn Sie sagen, daß nur aus der Opposition die Welt zu verändern ist und nicht in der Regierungspartei."

Ausgerechnet die Blätter, bei denen ich Schreibverbot habe, schäumten, als hätte ich allein wie Tarzan ihre bekloppte rotgrüne Regierung gestürzt. Der "Spiegel", hochdotiertes Exil für angepaßte ex-linke Zyniker, titelte: "Böse, böse, böse." Wahrscheinlich spuckte diesen außerordentlich intelligenten Text wieder einmal Ex-Sponti Reinhard Mohr aus, über den Joachim Rohloff den unendlich wahren Satz schrieb: "Mohr besitzt keinerlei Gaben, die nicht vom 'Spiegel' restlos zu verwerten wären." ("Konkret").

Die "taz", die auch noch damit kokettiert, daß sie ein "Regierungsblatt" ist, zeterte in drei Artikeln und fälschte zur Strafe einen Bericht über eine Begegnung von Lafontaine und mir. Aber bei der "taz" ist eigentlich nur noch interessant. an welchen Verlag sie 2000 verkauft wird.

Wie sehr hatte man gehofft, daß ich nirgendwo mehr - außer in kleinen linken Blättern - rotgrün angreifen könne. Die "Frankfurter Rundschau" (FR) spinnt sowieso: Wenn ich in Frankfurt als Referentin auf einer IG Medien-Veranstaltung auftrete, drucken sie die Namen der anderen beiden Referenten, und mein Name ist "und andere". Wenn 500 Leute zu einer Veranstaltung der "Ökologischen Linken" gegen den Krieg in Jugoslawien kommen, kein Wort. Aber 30 Leute bei einer SPD- oder Grünen-Veranstaltung, und es erscheint einer dicker Bericht!

ÖkoLinX
Meinungsfreiheit in der "Frankfurter Rundschau": Diese Anzeige gegen den Krieg im Kosovo wollten Grüne Linke veröffentlichen - Joschka Fischer und Cohn-Bendit im Kampfanzug. Die "Frankfurter Rundschau" druckte erst, als die Gesichter unkenntlich gemacht worden waren.

Meinungsfreiheit ist der FR richtig teuer. Während des Krieges gegen Jugoslawien hatte sich das SPD-Hofblatt geweigert, die Kritik von Auschwitz-Überlebenden an den elenden Kosovo-Auschwitz-Vergleichen abzudrucken, mit denen Außenminister Fischer den Krieg gegen Jugoslawien zu rechtfertigen versuchte. Die Auschwitz-Überlebenden mußten rund 38000 Mark für eine Anzeige bezahlen, um wenigstens einmal in der FR ihre Meinung veröffentlichen zu können. Auch meine Organisation. die "Ökologische Linke", mußte rund 9000 Mark für eine Anti-Kriegs-Anzeige in der FR ausgeben - auf der dann Joseph Fischers und Daniel Cohn-Bendits Gesichter geschwärzt werden mußten (siehe Abbildung).

Als nun die Grünen-Serie in NEUE REVUE erschien, knallte die "Frankfurter Rundschau" (FR) völlig durch. Die Serie war der FR vier Artikel wert. Im letzten Beitrag hetzte das rotgrüne Blatt schließlich so blindwütig, daß das Landgericht Hamburg am 15. November gegen die "Frankfurter Rundschau" eine einstweilige Verfügung erließ - ohne mündliche Anhörung. so klar war die Sache: Unter Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 500.000 Mark, ersatzweise einer Ordnungshaft von höchstens 2 Jahren, wurde der "Frankfurter Rundschau" u. a. "verboten" wie in der Ausgabe vom "29. Oktober 1999 im Artikel 'Rote Karte' zu verbreiten und/oder verbreiten zu lassen: Garniert wird die Serie (von Jutta Ditfurth in "Neue Revue", die Red.) mit Bildern, deren Auswahl an den denunziatorischen Charakter nationalsozialistischer Druckerzeugnisse erinnert." Die Kosten des Verfahrens hatte die FR in vollem Umfang zu tragen. Seitdem schweigt die FR...

Die Berichte in "Spiegel" und "Frankfurter Rundschau" verschafften mir nachweislich eine Reihe von anonymen Briefen und Drohungen. Eine kleine, rechtslastige Öko-Gruppe plädierte im Internet und anderswo für "direkte Gewalt" gegen mich. Wie sie entdeckten auch andere Medien, die nie was mit Feminismus zu tun hatten, plötzlich die Frauenfrage: "Bereitet es Ihnen als Feministin keine Bauchschmerzen, Ihre Texte in einem Umfeld von Nacktfotos und sexistischen Sprüchen zu veröffentlichen?" fragte scheinheilig der "Tagesspiegel". "Im 'Spiegel' werden Frauen nicht mal Ressortleiterinnen", antwortete ich. "Und im 'Stern' sind heute oft mehr - gestylte - Aktfotos als in NEUE REVUE."

Der Nachfolger des Sponti-Blattes "Pflasterstrand", das "Journal Frankfurt", fand meine "Beleidigungen des Außenministers" unsachlich. Ich nannte sie "geradezu zart und wohlriechend verglichen mit den Selbstbeschreibungen von 'Fischers friends' und ihrer Diskriminierung von Linken." Darauf das "Journal Frankfurt": "Auch der Journal-Vorgänger 'Pflasterstrand' kommt ... nicht gut weg. Wenn Sie ihm ... Aggressivität und Propaganda vorwerfen, wie würden Sie dann ihren 'zarten und wohlriechenden Verriß' bezeichnen?" Ich: "Der Pflasterstrand war das größere Lügenblatt, soweit es Intrigen gegen linke Grüne betraf. Meine Serie über die Grünen ist dagegen aufklärerisch und aufs Angenehmste polemisch."

Das "Journal Frankfurt" kann zählen: "Elf Beleidigungen bringt die Ex-Grüne Fundi-Politikerin Jutta Ditfurth auf drei Seiten... gegen Außenminister Joschka Fischer vor." Wenn's um die Zahl geht, schlägt mich Rudolf Augstein ("Der Spiegel") um Längen. Er kündigte im Oktober 1999 Fischer die langjährige Freundschaft.

dem Spott preisgegeben

So, nicht ganz so mopsig, sieht Joschka Fischer sich am liebsten - als Denkmal schon zu Lebzeiten. Die Plastik von Burghard Mohr steht im Museum von Königswinter

 

Fischer sei "ein armseliger, jedem Sport preis gegebener Mensch", eine "Charaktermaske", "vor Ehrgeiz immer blasser werdend", ein "Schuft" und "Verräter", die "Selbstverliebtheit des in sich vernarrten Amtsinhabers" zeige einen "am Ende doch unpolitischen Kopf", ein "überheblich Gewordener". Aber "Gestalten wie ... Joschka Fischer haben sich stets von selbst erledigt".

Und als Joschka Fischer kein Veto gegen den Testpanzer für die Türkei einlegte, sondern dagegen stimmte, wissend, daß die Mehrheiten für den schmutzigen Deal im Bundessicherheitsrat klar waren, kommentierte Heribert Prantl in der "Süddeutschen Zeitung": "Panzer als aktive Sterbehilfe für die Grünen". Augstein schloß sich an: "Wenn es um die Vernichtung der Grünen geht" ist "Kinkels Nachfolger Außenminister Joschka Fischer nicht weit. Der hat heute stets einen Nagel zur Hand, um den Sargdeckel über den Bündnisgrünen zu schließen. Daß er selbst mit im Sarg liegen würde, kommt ihm nicht in den Sinn.
Er ist ja Weltbürger geworden und hat die Macht geschmeckt." im nächsten Randestag werden lediglich noch die CDU, die SPD und die PDS sitzen."

Ein Autor schrieb unter dem Kürzel "lüc" in der "Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Sie läßt nicht locker." Jetzt "rechnet .... die Ex-Fundamentalistin ... mit Joseph Fischer ab, und das nicht zu knapp". "lüc" will was wissen: Jutta Ditfurth nennt "den frühen Fischer einen szenebekannten Prügel-Macho, der (wann? wo? schriftlich? mündlich?) geäußert habe, er hege 'wahnsinnige Angst vor bestimmten Sachen' in seiner Persönlichkeit: 'Bartsch und Horika sind Extremfälle, aber irgendwo hängt das als Typ in dir drin.'"

Werter Kollege "lüc", Sie wissen doch - je schärfer meine Kritik, desto besser die Quellen. Auch die Talk-Show-Moderatorin Liane von Pein (SEB) verlor ihre professionelle Fassung: Frau Ditfurth, Honka! Bartsch! Wie können Sie nur solche schrecklichen Sachen über unseren Außenminister sagen?

Ach, werte Kollegen "lüc" und Pein - ein bißchen Recherche, und dann findet man die "Autonomie" Nr. 5, Heft 2 von 1977. Darin schreibt ein gewisser Joseph Fischer in einem langen, pathetischen Text über sich selbst: "Stalin war also so ein Typ wie wir, nicht nur, daß er sich auch als Revolutionär verstanden und gelebt hat, sondern er war im wahrsten Sinne des Wortes eben auch ein Typ." Wir müssen "diese psychische Kaputtheit aus uns endlich rauslassen ... Es ist unser und mein dunkelstes Kapitel, ich weiß, oder ahne es besser nur, weil ich da selber wahnsinnig Angst vor bestimmten Sachen in mir habe. Bartsch und Honka sind Extremfälle, aber irgendwo hängt das als Typ in dir drin ... dann wurde dann leicht auch, ja, die Lust am Schlagen draus, ein tendenziell sadistisches Vergnügen".

Bis heute mokiert sich Fischer über weniger brutale Männer als "Lämmerschwänzchen", kokettiert mit den Prügeln, die er in Realokreisen verteilt hat und prahlt 1998 im "Spiegel", als Trittin die "Krawallrealos" kritisiert: "Der Frankfurter Alt-Sponti Joschka Fischer hätte natürlich Lust, die Ärmel hochzukrempeln und auszuteilen."

Manche Kritiker haben die drastischen Veränderungen der deutschen Medienlandschaft - deren Teil sie sind - noch nicht begriffen. Der "Tagesspiegel" sprach vom überraschenden Bündnis von "Neue Revue und Jutta Ditfurth" und fragte mich allen Ernstes: "Erfordert die aktuelle Lage ein Bündnis der radikalen Linken mit den Vertretern der abgewählten konservativen Koalition gegen die rot-grüne Regierung?" Da kam ich schwer ins Grübeln: Hat der Interviewer vom "Tagesspiegel" ein "Bündnis" mit seinem Arbeitgeber? Hoffentlich nur einen (guten) Arbeitsvertrag. Hat der ökosozialistische Autor, der ab und zu mal im konservativen Kampfblatt "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt, gleich ein "Bündnis" mit dem Herausgeber? Selbstverständlich nicht.

Politische "Bündnisse" schließe ich mit Linken, zum Beispiel gegen rassistische Anschläge, Atomanlagen oder Bundeswehrgelöbnisse. Da ist nie ein Verleger, weder Rot-Grüne noch die CDU dabei. Politisch schreibe ich für linke Zeitschriften wie "Konkret", "Jungle World" und "Oko-LinX". Zur Verbreitung meiner Meinung und als Teil meiner Erwerbsarbeit schreibe ich seit Jahren in sehr unterschiedlichen bürgerlichen Medien (niemals in rechtsextremen!) und weiß aus dieser Erfahrung, wie wenig sich viele in wesentlichen Fragen heute noch unterscheiden.

Der Tageszeitung "junge Welt" fielen die verkehrten Welten auf:
"Das eine Magazin begann am Donnerstag mit einer sechsteiligen Serie über die Entwicklung der Grünen und dein Aufstieg der Frankfurter Sponti-Gang um Joseph Fischer... Das andere Magazin gibt es ebenfalls donnerstags. Wie nicht anders zu erwarten, erschien es mit zwei großen Frauenbrüsten - diesmal in Form eines Hamburgers - auf der Titelseite. Auch hier darf Superstar Fischer nicht fehlen. Das Blatt kündigt einen exklusiven Vorabdruck des Buches 'Fit und schlank - Mein langer Lauf zu mir selbst' an... Und jetzt die Überraschung: Jutta Ditfurths Abrechnung erscheint in der 'Neuen Revue' und der 'Stern' präsentiert Fischers Jogging-Buch links unterhalb des nackten Frauenoberkörpers ... Als Refugien für linke Kritiker verbleiben in diesen Zeiten außer kleinen Verlagen nur noch die CDU-nahen Schlachtschiffe des Kalten Krieges: der Axel Springer Verlag (s. Lafontaine) und die Bauer-Gruppe (s. Ditfurth in der Neuen Revue)."

Noch zählt er im Berliner Reichstag nur sein Kleingeld. Nicht wenige zählen schon seine grünen Tage. Und einige sind sicher daß Joschka Fischer den Aufnahmeantrag für die SPD schon in der Tasche hat. Denn Außenminister will er bleiben. Und Rot ist doch auch nur eine Farbe... Rot oder Grün

Es gibt nur noch wenige selbständige größere Buchverlage, die meisten gehören einer Handvoll Medienkonzerne. Bei den Zeitschriften sieht es nicht besser aus. Die herrschende Meinung gehört immer weniger Leuten, Als der Bertelsmann-Konzern Schröder als SPD-Kanzlerkandidat durchsetzen wollte, aber die SPD-Basis noch an Lafontaine hing, gab es über Monate positive Schröder-Darstellungen in Bertelsmann-Medien, bis die Parteibasis begriff, daß mit diesem Mann der Erfolg winkte. Bertelsmann hat Schröder ins Amt geholfen, und der bedankt sich mit neoliberaler Wirtschaftspolitik und dem Abriß des Sozialstaates.

Der französische Soziologe Pierre Bourdieu sagte über die Beziehung von Medien und sozialdemokratischen Regierungen in Frankreich (Jospin), England (Blair) und Deutschland (Schröder): "Zu den Fähigkeiten der neoliberalen Regierungen gehört es, Utopien zu töten, Utopien als überholt erscheinen zu lassen. Und "Paradoxerweise haben heute die Menschen des Worts keine Kontrolle über die Produktionsmittel und Vertriebswege; sie müssen sich in Nischen zurückziehen, Umwege gehen", denn "heute haben wir es mit mächtigen Medienmultis zu tun, da bleiben allenfalls kleine Inseln übrig. Im Verlagswesen zum Beispiel wird die Publikation schwer verdaulicher oder kritischer Bücher immer mehr zum Problem" ("Die Zeit").

Kritik an dieser Medienkonzentration und an politischen Abhängigkeiten kann nicht daran bestehen, daß ich mich rotgrüner Zensur unterwerfe und mundtot machen lasse. Also schreibe ich auch mal in NEUE REVUE, von der ich politisch kilometerweit entfernt bin, was die NEUE REVUE so gut weiß wie ich.

Natürlich hat das Blatt ein Interesse. Es "hat die Ex-Grüne und profilierte Fischer-Kritikerin Jutta Ditfurth für eine exklusive Serie über die Bündnisgrünen gewinnen können. Und zumindest auf den Seiten der Medienredaktionen hat die 'Neue Revue' damit für Aufmerksamkeit gesorgt wie in den vergangenen zehn Jahren nicht" ("Freitag").

Und mein Interesse? Meine linke Kritik an den Grünen in einen größeren Kreis der Öffentlichkeit zu tragen und die Zensur zu unterlaufen. Mit manchmal saukomischer Wirkung:
In Teil 1 der Serie schrieb ich, um zu bebildern, wie kosmisch weit die heutigen Grünen von den Gründungsgrünen von 1980 entfernt sind: "Eine Petra Kelly hätte ... nicht verstanden, weshalb Cem Özdemir ein fusselfreies Outfit wichtiger ist als die dritte Welt." Wenige Tage später hole ich mir im Restaurant des Frankfurter "Ökohauses" etwas zu trinken. Da steht neben mir plötzlich der grüne Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir und sieht mich wütend an:
"Ich bin der, dem die dritte Welt egal ist."
"Ich weiß", sage ich. Drehe mich zur Theke und warte auf meinen Milchkaffee.

Özdemir daraufhin laut und abfällig zu einer Gruppe von Jungmännern:
"Das ist die Ditfurth, eine vornehme Frau von deutschem Adel."
Junge, Junge, dachte ich, wenn das dein Problem ist; noch ein Wort, und ich adoptiere dich.

Solche Figuren sind die "Zukunft" der Grünen. Ich will ja Fischer nicht in Schutz nehmen, aber die aalglatte, antisoziale "next generation" der Grünen hat noch nicht einmal die Utopie eines anderen Lebens, die sie verraten könnte.

Herzliches Beileid!

ENDE


(NEUE REVUE 51/1999)

Bisher erschienen:
So grün war mein Traum (Neue Revue 42/99 v. 14.10.1999)
Deutschland, das ist dein Außenminister (Neue Revue 43/99 v. 21.10.1999)
Der Prügel-Macho und das böse Wort "Öko-Nillen" (Neue Revue 44/99 v. 28.10.1999)
Joschka Fischers gesammelte Lügen (Neue Revue 45/99 v. 04.11.1999)
Trittin - und die Fischer-Chöre (Neue Revue 46/99 v. 11.11.1999)
Die Rache der Realos (Neue Revue 47/99 v. 18.11.1999)
Die letzte Schlacht (Neue Revue 48/99 v. 25.11.1999)
Von Yuppies und Esoterikern (Neue Revue 49/99 v. 02.12.1999)
Wie Joschka einen Gartenzwerg zum Schweigen brachte (Neue Revue 50/99 v. 09.12.1999)

Siehe auch:
Es fischert im Blätterwald ... oder: Wie sich die Zeiten ändern (Junge Welt v. 16.10.1999)
Rudolf Augstein: Dies ist der Grünen große Not (Der Spiegel v. 04.10.1999)
Zerbrechlicher Blumenkübel (taz v. 21.10.1999)
J. Ditfurth: Die Grünen sind nicht mehr unsere Partei.
La Paparazza. Jutta Ditfurth's Serie "Zahltag Joschka!" in der Neuen Revue
J. Ditfurth: Feuer in die Herzen – Gegen die Entwertung des Menschen

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